Nummer 13 ist Geschichte

Ein altes Bauernhaus, den Abriss erwartend. Stumme Zeugen erzählen Geschichten.

Fotos (c) Rolf Trösch

Verloren

alles verloren

Manchmal denke ich die Menscheit hat ihre Menschlichkeit verloren. Der Egoismus verdrängt die Toleranz. Da muss in Berlin ein Liebesgedicht von einer Fassade entfernt werden, weil es nun als sexistisch gilt. Auf den Bahnsteigen grosser Schweizer Bahnhöfe wird das Rauchen testweise verboten, Umfragen ergeben ein Mehrheit an Reisenden die sich offenbar am Qualm der Andern stören, während der Feinstaub der Eisenbahnen als tolerierbar gilt. Jede/r gönnt sich immer mehr Freiheiten, während die Toleranz gegenüber Mitmenschen verloren geht.

Bild und Gedanken (C) Rolf Trösch

Cyber Art

Nicht nur am laufenden Welt Wirtschafts Forum ist sie Thema, die Digitalisierung bewegt die Menschen weltweit. So ist es naheliegend, dass sich auch Kunstschaffende mit der Technik und den Auswirkungen auf die Gesellschaft befassen.
Da ist vom Roboter zu lesen, der aus der Analyse berühmter Gemälde lernt und so neue Jahrhundertwerke schaffen soll.
Da sucht ein Künstler im Streetview verpixelte Personen, um sie ausgedruckt am Ort der Aufnahme zurück ins Leben zu stellen.
Während die Austellung „Future love“ sich mit der digitalen Erfassung und Vermittlung von Gefühlen befasst.
Die Menschheit verändert mittels Technik rasant ihre Horizonte, dennoch wird Kunst als Ausdruck menschlichen Intellekts immer über emotionslosen Datenflüssen stehen.

das Tattoo

Ist so eine Sache mit der Zeichenkunst, da wollte ich vor ein paar Jahren für mich ein Löwen Tattoo haben. Ich machte einen Entwurf und daraus eine Reinzeichnung.

Kein Problem, das kriegen wir hin, muss es nur auf die Rundung der Schulter adaptieren, meinte der Tättowierer.

Als ich nach einigen Stunden süssem Schmerz und um viel Geld erleichtert, in den Spiegel schaute, sah ich sowas wie einen Gibbonaffen der aufgrund der dunklen Augenringe offenbar an Nierenversagen litt.

Nun gut rückgängig machen kann man ein Tattoo bekanntlich nicht, immerhin kriegte ich nach einer Klagedrohung mein Geld zurück.

Vor einigen Tagen ergab es sich nun, dass ich einem weiteren Tintenkünstler begegnete und ihn nach den Möglichkeiten einer Heilung meines „Löwen“ fragte. Kein Problem meinte dieser und machte sich ans Werk.

Gut ich kann jetzt wieder ärmellos tragen, aber gesehen habe ich so einen schielenden, schwarzen Löwen mit Knollennase vorher nie.

(C)Rolf Trösch